Eine Leserzuschrift an die Redaktion!
Etwa 100 n.Chr. siedelten sich die Alemannen entlang des Oberrheingrabens an. Sie brachten Ihren germanischen Dialekt (alemannisch) mit. Die Alemannen die an der Ill siedelten wurden bald Illsassen (Elsassen) genannt. Das nachfolgende Frankenreich unter Karl dem Großen beeinflusste den Dialekt im Oberrheingebiet kaum. Auch die Franken waren Germanen und sprachen einen germanischen Dialekt. Es wurden weiterhin romanische und germanische Dialekte gesprochen. Die romanisch/germanische Sprachgrenze lag seit jener Zeit bis 1945 auf dem Vogesenkamm. Im heutigen Elsass und Baden/Schweiz setzte sich Althochdeutsch als Verwaltungssprache und alemannisch als Umgangssprache durch. Nach der Teilung des Frankenreiches viel das Elsass 869 n.Chr. im Frieden von Meersen zum Ostfränkischen Reich aus dem sich wenig später das heilige römische Reich deutscher Nationen entwickelte.
Das Elsass gehörte danach bis 1648 durchgehend also 799 Jahre zum heiligen römischen Reich deutscher Nationen. Verbunden waren diese Nationen durch ein wichtiges Element, die gemeinsame Sprache. 1648 nach dem dreißigjährigen Krieg fiel es erstmals an Frankreich. Als Napoleons Inspekteure 1801 berichteten das im Elsass nur deutsch bzw. elsässisch gesprochen wurde, blieb dieser gelassen. Lassen wir die Elsässer Ihr merkwürdiges Deutsch sprechen, Hauptsache Sie führen französisch Krieg war seine Aussage. Das alles änderte sich nach dem ersten Weltkrieg. Dort hatten die Elsässer zum Großteil in der kaiserlichen Armee gedient, da das Elsass ja wieder zum deutschen Kaiserreich gehörte. Auch dort mussten Elsässer auf Franzosen schießen und Franzosen auf Elsässer und Deutsche. Nach dem Krieg 1918/19 legte die Französische Regierung fest, das dass Deutsch im Elsass binnen der nächsten vier Jahre zu tilgen sei. Was nun an Maßnahmen ergriffen wurde um dies umzusetzen sprengt den Rahmen dieses Briefes. Die Elsässer wurden in vier Klassen eingestuft und bekamen Ausweise A-D . Von November 1918 bis 1920 wurden 150000 Altdeutsche und Elsässer ausgewiesen. Den Deutschen wurde jede Geschäftstätigkeit verboten. Ihre Geschäfte z.B. in Colmar wurden am 20 und 21 Nov. 1918 systematisch geplündert.
Alle höheren Lehrer bzw. Beamtenposten wurden mit Franzosen besetzt ( Commission de triage). Das Deutsch wurde in den Schulen untersagt (Anwesenheit französischer Assistenten).
Die elsässischen Autonomisten versuchten den Verlust Ihrer Kultur und Sprache aufzuhalten. Sie wurden verfolgt, ausgewiesen, und hingerichtet. Karl Roos einer der Köpfe der Autonomisten wurde zu beginn des 2 Weltkrieges am 7 Februar 1940 erschossen. Sein einziges Verbrechen war, das er für seine Sprache und Kultur eingetreten war (die Franzosen schneiden uns die Zunge ab und rauben uns die Seele). Die Autonomisten wurden von der französischen Presse als Separatisten bezeichnet welches nicht stimmte, sie waren Autonomisten. Martin Graff hat recht mit der Aussage, das Franzosen im 2 Weltkrieg selbst auf der deutschen Seite kämpften und zwar zu Tausenden in der 33.Waffen-Grenadier-Division-Waffen SS Charlemagne. Fünf Franzosen erhielten sogar das Ritterkreuz. In die Division Charlemagne meldeten sich wesentlich mehr Franzosen freiwillig als Elsässer zur Wehrmacht (nur 2100 Freiwillige). Die Elsässer selbst wurden zwangsrekrutiert (Malgre-Nous). Nach dem Krieg wurde die Französisierung ohne Rücksicht auf Ihre Kultur und Sprache fortgesetzt. Alles wurde ersetzt durch Französisch. Selbst die Gebete. Man hat uns unsere Kultur und Sprache geraubt.
Um diese Dinge im Detail nachzulesen empfehle ich das Buch von Bernard Wittmann
Die Geschichte des Elsass ISBN978-3-88571-350-0
Peter S.


