Terve Gerhard Ittner! Könntest Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?
Gerne Henrik! Am besten fange ich von vorne an: Ich wurde am 12. Mai 1958 in Zirndorf bei Nurnberg geboren. Zirndorf ist geschichtlich bekannt wegen einer der grossten Schlachten des Dreissigjahrigen Krieges, die vor diesem Ort stattfand.
Die sogenannte Schlacht an der Alten Veste, vom 3. September 1632; 307 Jahre vor den Kriegserklärungen Englands und Frankreichs als Fanal zum 2. Weltkrieg gegen Deutschland. Die Alte Veste ist eine damals schon Burgruine oberhalb des Ortes, in der sich Wallensteins Hauptquartier befand. Etwa 2 km Luftlinie entfernt befand sich Gustav Adolfs Heerlager in einer Flussebene an der Rednitz. Die Schlacht ging unentschieden aus, aber Zirndorf wurde wie so viele deutsche Ortschaften in diesem schrecklichen Religionskrieg zerstört. Als Kinder haben wir jedoch arglos und fröhlich in den Schützengräben des Dreissigjährigen Krieges gespielt. Sie sind immer noch zu sehen, heute vom Wald um die Alte Veste bewachsen. Zu meiner Kindheit haben noch viele Männer gelebt, die wie Adolf Hitler im Ersten Weltkrieg gekämpft hatten, und noch viel, viel mehr, die Soldaten im Zweiten Weltkrieg gewesen waren. 1958, als ich geboren bin, war der berühmte Jagdflieger Erich Hartmann gerade einmal 36 Jahre alt, ein noch junger Mann.
Einer der prägendsten Eindrücke meiner Kindheit waren die gerahmten Schwarzweiss-Fotografien von Wehrmachtssoldaten in Uniform, wie sie damals in fast jedem deutschen Wohnzimmer hingen – meistens gefallene Söhne und Ehemänner. In der kleinen Wohnküche meiner Lieblingstante Gretl hing das Soldatenfoto ihres einzigen Kindes Karl, der in Karelien im Kampf gegen die Russen fiel, an der Seite unserer finnischen Waffenbrüder.
Nach den Schrecken und Zerstörung des Dreissigjährigen Krieges entwickelte sich Zirndorf im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert zu einem florierenden Industriestädtchen der Spielzeugherstellung, dessen Produkte Weltruf erlangten. (Zum Beispiel die „Playmobil”-Figuren.) In diese Atmosphäre eines betriebsamen Industriestädtchen wuerde ich hineingeboren, ganz ein Kind der Arbeiterklasse. Niemand aus meiner Familie hat je eine höhere Schule besucht. Mein Vater und meine beiden Grossväter waren Handwerker, Zimmermänner und Schreiner. Wegen meiner früh ausgeprägten künstlerischen Veranlagung trat ich im Alter von 15 Jahren eine Lehre im graphischen Gewerbe an. Gerade 18 geworden, legte ich die Gesellenprüfung ab, im altehrwürdigen Gebäude der Industrie- und Handelskammer am Hauptmarkt zu Nürnberg. Mit 20 beschritt ich mit meiner großen Liebe für die Schule und das Lernen den Zweiten Bildungsweg. Studierte dann Kunst. In den 1980er Jahren wechselten sich Studium mit der Arbeit in meinem Beruf und als Grafiker ab; in den 1990em verlegte ich mich fast ganz aufs Studieren: Zoologie, Sanskrit, Archäologie, Geschichte. Wobei es mir ums Lernen um des Lernens Willen ging, ums Wissen um des Wissens Willen. „Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst Willen zu tun.”
Das ist also in groben Zügen mein biographischer Hintergrund.
Gegenwärtig befindest Du Dich in Portugal in Haft. Die BRD will Deine Auslieferung. Was war der Grund für Deine Verhaftung; was will die BRD von Dir?
Ich wurde am 11. April 2012 in der Stadt Montemor-o-Novo aufgrund eines Europäischen Haftbefehls festgenommen. Die BRD hat ihn erlassen zum Zwecke meiner Meinungsverfolgung als Dissident. Dieser Haftbefehl bezieht sich ausschließlich auf reine Meinungsäußerungen, auf meine persönlichen Meinungsäußerungen in Wort und Schrift zur Geschichte und zur Politik. Das heißt, das Regime der BRD verstößt mit diesem Haftbefehl zur reinen Meinungsverfolgung gegen den Artikel 19 der Menschenrechtserklärung , der allen Menschen — auch Deutschen—das Recht auf die volle und unbeschränkte Meinungsfreiheit garantiert. Die BRD begeht mit ihrer Meinungsverfolgung also ein Verbrechen gegen die Menschenrechte, ein Verbrechen gegen das grundsätzlichste Recht der vielbeschworenen Demokratie, und ein Verbrechen gegen mich als politisch verfolgten Dissidenten und Bürgerrechtler für die Meinungsfreiheit. – Meine Verhaftung gibt uns Gelegenheit, das immer schlimmer ausufernde Verbrechen der Meinungsverfolgung durch die BRD gegenüber dem Deutschen Volk nunmehr vom Ausland aus auf eine europäische und international Rechtsebene zu bringen und das das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit mit Füßen tretende Regime vor großer Öffentlichkeit bis auf die Knochen zu blamieren. Im juristischen Vorgehen gegen meine Auslieferung —-zur reinen Meinungsverfolgung!- werden wir wenn nötig bis zum Menschenrechtsrat der EU und der Vereinten Nationen ziehen. Es wird für die BRD zum Spießrutenlaufen werden. Dabei werden die Sympathie und die Unterstützung für den von einer Gesinnungsdiktatur verfolgten Bürgerrechtler für die Meinungsfreiheit Gerhard Ittner in Deutschland und in anderen Ländern immer schneller immer weiter wachsen. Es ist das „Robin-Hood-Prinzip.” Die von einer immer verachteter werdenden Politikerkaste angewiderten Menschen warten heute förmlich darauf, das seine charismatische Gestalt auftritt, die dieser verhassten Bande Paroli bietet. Mit dem Auslieferungsbegehren gegen mich hat mir die BRD die Bühne für diesen Auftritt auf dem Servierteller präsentiert. Das lässt sich ein Gerhard Ittner nicht entgehen. Für diese Chance war ich sieben Jahre im Exil.
Du hast es geschafft sieben Jahre unentdeckt zu bleiben. Die meisten Flüchtigen schaffen es vielleicht sechs Monate oder ein Jahr, wenn überhaupt so lang. Sicher hast du viele Geschichten zu erzählen über diese Zeit. Wie war das für Dich auf der Flucht? Wieso hast Du Dich dafür entscheiden, Deine Haftstrafe nicht anzutreten?
Diese Trottel in der BRD haben mich sieben Jahre nicht geschnappt, und sie hätten mich in hundert Jahren nicht in mehr aufgespürt, wenn ich es aus den oben genannten Gründen nicht darauf angelegt hätte. In Oulu, in Finland, wäre ich im August 2006 beinahe geschnappt worden, von der finnischen Spezialpolizei „Supo”. Das heißt, sie hatten mich schon gehabt, doch konnte ich in einer dramatischen Aktion entkommen. Abenteuer habe ich während der sieben Jahre meines Exils mehr erlebt als andere in drei Leben; Nervenkitzel sowieso. Ich habe zum Beispiel gelernt wie man Antilopen mit dem Narkosgewehr betäubt, um sie gegen Krankheiten zu behandeln, und in Portugal bin ich zum leidenschaftlichen Geländereiter und Pferdenarren geworden.
Doch zuletzt habe ich immer mehr darunter gelitten, dass im nationalen politischen Freiheitskampf nichts voranging in Deutschland. Da fehlte einfach in allem der richtige Zug. Da war niemand, der die Dinge in die Hand nahm und der Nägel mit Köpfen machte. Ich bin bereits mit der Absicht ins Exil gegangen, von dort aus meinen Kampf um das Recht auf Meinungsfreiheit in Deutschland auf einer internationalen Rechtsebene fortzuführen. Doch 2005 war die Zeit noch nicht reif dafür, auch die folgenden Jahre nicht. Im Juni 2011 wurde ich dann bei einem schweren Gewitter vom Blitz getroffen; ich dachte, mein Körper würde von innen heraus in tausend Teile zerissen, doch ich habe es wie durch ein Wunder völlig unversehrt überlebt. Ich hatte nicht einmal einen Schock, sondern fühlte mich prächtig, energiegeladen und voller Tatendrang. Im gleichen Moment war mir klar, dass dieser Blitzschlag das Zeichen war, mich wieder in den politischen Kampf einzuschalten, in Kauf zu nehmen, meine Verhaftung zu provozieren, und dann genau das zu tun, was ich jetzt tue.
Du hast sicher von der angeblichen „NSU”-„Terrororganisation” gehört? Was denkst Du, dass hinter dieser Sache steckt? Wird hier womöglich inszeniert, um die Menschen von ganze anderen Dingen abzulenken?
Man muss schon strohdumm sein, muss ein Schweinejournalist sein oder sonst ein Systemling, um das hanebüchene „NSU”- Märchen zu glauben, oder wenigsten so zu tun, dass man es glaubt. Bei diesem Lügenmärchen handelt es sich um eine noch dazu lausig schlechte Inszenierung zu bestimmen Zwecken gewesen war, wenn auch einige Nummern größer. Die Lügenabsicht hinter beiden Inszenierungen ist aber in beiden Fällen die gleiche. Vor allem ist es die gleiche Stoßrichtung, in welche die jeweilige Absicht dahinter zielt- es geht um die Abschaffung der bürgerlichen Freiheitsrechte und um die Errichtung des totalen Polizei- und Überwachungsstaats!
In der BDR geht es dabei ganz gezielt um die totale Entrechtung der nationalen Opposition, also jener Deutschen, die es noch wagen sich für die Lebensinteressen Deutschlands und des Deutschen Volkes einzusetzen. In der Fremdherrschaft in Deutschland (dem Deutschen Volk wird ja nach wie vor die Verfassungsgebung in freier Selbstbestimmung nach Artikel 146GG vorenthalten ) genügt heute bereits die nach Belieben aus der Luft zu greifende Beschuldigung als „Rechter” zur Verhaftung, und zu jeder Art von Grundrechtsverletzung sowieso. Es geht um nichts weniger als um die Abschaffung des Rechtsstaats und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung durch das BRD-Regime. Seit 1990 vollzieht das BRD-Regime einen immer ungehemmter werdenden kalten Putsch gegen die Bundesrepublik Deutschland und das dieser gegebene Grundgesetz. Besonderes deutlich wird das im Staatsakt und den Entschädigungszahlungen für die vermeintlichen Opfer des vermeintlichen „NSU-Terrors”- noch bevor überhaupt ein rechtsstaatliches Gerichtsverfahren über den Fall stattgefunden hat, geschweige denn ein rechtsstaatliches Urteil ergangen ist! Unter diesen von den „Verfassungsrichtern” ungeheuerlicherweise ohne Einspruch zugelassenen Bedingungen einer Vorverurteilung durch einen Staatsakt (!) und staatliche Entschädigungszahlungen aber ist die Durchführung eines ordentlichen, rechtsstaatlichen Gerichtsverfahrens überhaupt nicht mehr möglich, denn kein Richter wird unter dem Druck der pompös inszenierten Vorverurteilung durch einen Staatsakt jetzt noch ein unbefangenes, unvoreingenommenes Urteil fällen können. – Das heißt, nach rechtsstaatlichen Grundsätzen müssten die verhafteten Beschuldigten in diesem Fall nun eigentlich umgehen freigelassen werden. Aber das „NSU”-Märchen ist ja gerade eine Inszenierung mit dem Ziel des weiteren Abbaus der bürgerlichen Freiheitsrechte und der weiteren Zerschlagung des Rechtsstaates.
In der BRD versucht man jetzt mit verqueren Konstruktionen, Dich in Verbindung mit dem „NSU” zu bringen. Dabei schreckt man vor keinen noch so absurden Unterstellungen zurück. Wie sahen Deine politischen Aktivitäten aber in Wirklichkeit aus, die zu Deiner Verurteilung führten?
Die „NSU”- Verdächtigungen gegen mich sind purer Schweinejournalismus. Tatsache ist: vor dem Aufkommen dieser Inszenierung habe ich drei „Terroristen” noch nicht einmal dem Namen nach gekannt. Der „Spiegel” schreibt am 22. Mai: „Seit Anfang der neunziger Jahre pflegte Gerhard Ittner Kontakt zu Thüringer Neonazi-Szene und dem Umfeld der Rechtsterroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU).” Das ist nicht nur Unsinn, sondern glatte Lüge. Typischer Schweinejournalismus Marke „Spiegel”. Anfang der neunziger Jahre habe ich mich überhaupt nicht für rechte Politik interessiert. Anfang der neunziger Jahre studierte ich Indologie, Sanskrit, Tibetisch, Archäologie. Anfang der neunziger Jahre schrieb und arbeitete ich über Grotten- und Quellenheiligtümer der Antike, über die Verbreitung des Pan-Kultes in Attika nach der Schlacht von Marathon, über das Verbot des Weinopfers an heiligen Quellen. Anfang der neunziger Jahre wollten mich die Zirndorfer Grünen unbedingt als Bürgermeisterkandidaten, wegen meines naturschützerischen Engagements und meines kämpferischen rhetorischen Einsatzes gegen ein unsinniges Großbauprojekt. Anfang der neunziger Jahre arbeitete ich an der Entwicklung eines neuen Kunstkonzepts, meinen energetischen Dioramen, das ende der neunziger Jahre zu einer sehr erfolgreichen Ausstellung in Erlangen führte. Anfang der neunziger Jahre kannte ich Thüringen mehr oder weniger nur von der Landkarte her.
Wie also kommt dieses verlogene Schreiberlingsgesindel zu der Aussage: „Seit Anfang der neunziger Jahre pflegte Gerhard Ittner Kontakt zur Thüringer Neonazi-Szene und dem Umfeld der Rechtsterroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds?” Durch eine auch nur ansatzweise Recherche ganz bestimmt nicht.“ Und das will Qualitätsjournalismus sein! Die ziehen sich ihre Lügen einfach so aus der Nase, wie sie es gerade Brauchen. Ganz genau so, wie sich die Inquisitoren früher die Anklagen gegen “Hexen” einfach aus der Nase gezogen haben.
Und etwas anderes al seine Hexenjagd ist es auch nicht, was heute gegen “rechte” Dissidenten veranstaltet wird, gegen Andersdenkende, die missliebige Meinungen äußern, welchen die Inquisitoren in ihrer geistigen Hilflosigkeit mit Argumenten nicht gewachsen sind.
Es ist ein journalistischer Offenbarungseid von Stümpern, was sich der “Spiegel” Tatsache ist: Ich kaum überhaupt erstmals im Juli 2001 als politischer Redner nach Thüringen. Erst nach Mitte 2002 trat ich dort häufiger als Redner auf – vier Jahre nachdem die “NSU”-Märchenterroristen- drei mir völlig unbekannte Leute – spurlos im Untergrund verschwunden sind!
Bei einer derart lückenlos überwachten Szene, und bei einem derart lückenlos überwachten Bürgerrechtler wie mir, ist das den Behörden alles selbstverständlich ganz genau bekannt. Ich habe nicht einmal mit dem Fahrrad die 5 km von Zirndorf nach Fürth durch den Wiesengrund fahren können, ohne dass das ganz genau registriert worden wäre, und dann soll ich Kontakt mit drei mir gänzlich unbekannten, fieberhaft gesuchten Märchenterroristen in Thüringen bzw. Sachsen gehabt haben . . .
Absurder geht es doch gar nicht mehr- außer beim §130.
Um auf Deine Frage nach dem Grund meiner politischen Verfolgung zurückzukommen, Henrik: Meine Verfolgung als Bürgerrechtler für die Meinungsfreiheit und meine Verurteilung in den stalinistischen politischen Prozessen mit vorher schon feststehendem Richterspruch belaufen sich ausschließlich auf reine persönliche Meinungsäußerungen! Ich werde verfolgt und werde verurteilt ausschließlich wegen meiner persönlichen Meinungsäußerungen zur Politik und zu Geschichte. Mein politischer Kampf war und ist ein gewaltloser Kampf mit den geistigen Mitteln des Wortes und der Schrift. Im Gegensatz zum Gegner stehen mir diese geistigen Mittel zur Verfügung. Gewalt im meinem Politischen Kampf ging und geht immer nur vom Gegner aus, vom System und seiner kriminellen Antifa. Und was die charakterlosesten Elendsgestalten dieses Systems betrifft, den Schweinejournalismus, die bis ins Mark gleichgeschalteten Auftragslügener, so habe ich ja da eben anhand des ”Spiegel” ein Beispiel für deren schamlose Lügen gebracht.
Wenn die in ihrer haßerfüllten Hetze gegen Deutschland und gegen Deutschland liebende Menschen der bei jeder Gelegenheit lügen, dass sich die Balken biegen, wer wollte da allen Ernstes annehmen, dass uns die gleichen nachweislichen Lügner ausgerechnet bei dem die Wahrheit erzählen, was sie der deutschen Geschichte vorwerfen? Da muss man also schon selten dämlich oder selbst ein Lügner sein, wenn man das glaubt, was uns diese über deutsche „Schuld“ und deutsche „Verbrechen” einreden wollen. –Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, sagt das Sprichwort. Um wie viel mehr gilt das für die, die so offensichtlich ständig lügen und gleichgeschaltet lügen!
Höchstwahrscheinlich wirst Du in ein paar Monaten in der BRD vor Gericht stehen. Du wirst ihnen einen harten Rechtskampf liefen. Die Feinde unserer Völker fürchten die Offenlegung der Wahrheit. Du hast Wahrheiten offenzulegen. Was wirst Du dem Gericht und der Öffentlichkeit präsentieren, um darzulegen, dass das Regime der BRD kriminelle Handlungen begeht?
Nun, Henrik, es ist ja zunächst einmal die Frage ob die BRD in ein paar Monaten noch besteht, oder ob sie dann noch so besteht, wie wir sie heute kennen. Das kann sein, aber unbedingt wetten würde ich nicht darauf.
Die Gerichtsverfahren gegen mich sind bereits abgeschlossen. Politische Schauprozesse zur reinen Meinungsverfolgung. Es geht also nur ums Ansitzen dieser Strafen. 33 Monate wegen Meinungsdelikten in Nürnberg. 8 Monate wegen eines Meinungsdelikten in Gotha. Aber gegen diesen Europäischen Haftbefehl zur reinen – menschenrechtswidringen – Meinungsverfolgung gehen wir vom Ausland aus vor, bringen das wenn nötig bis vor den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Mann kann nicht dem in China wegen seiner Meinungsäußerungen verurteilten Liu Xiabo mit großem Brimborium den Friedensnobelpreis verleihen, aber dissidente Bürgerrechtler in Europa vom BRD-Regime wegen ihrer Meinungsäußerung verfolgen lassen. In meinem Fall noch dazu misshandeln, foltern und kriminellsten Rechstbrüchen unterziehen lassen. Ob China oder BRD –das Recht auf Meinungsfreiheit ist unteilbar! Der Artikel 19 der Menschenrechtserklärung spricht eine absolut unmissverständlich deutliche Sprache. Es gibt kein Menschenrecht auf Raub, Mord, Vergewaltigung, Totschlag –aber es gibt das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit. Deshalb muss ein Europäischer Haftbefehl zur reinen Meinungsverfolgung mit einem anderen Maßstab gemessen werden als solche zu anderen Delikten. Mehr noch, ein Haftbefehl zur Meinungsverfolgung ist in freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratien grundsätzlich unzulässig und stellt per se ein Verbrechen dar, ein Verbrechen gegen das Menschenrecht und Meinungsfreiheit.
Auch gibt es seit Juli 2011 den eindeutigen Beschluss der 102. Tagung des UN-Menschenrechtskomitees in Genf, der es ausdrücklich verbietet, „falsche“ Meinungsäußerungen zur Geschichte unter Straffe zu stellen. Die BRD-Gerichte mögen den Rechtsstaat und die Menschenrechte weiterhin mit Füßen treten und diesen Beschluss ignorieren – aber wir klagen eben nicht vor BRD-Gerichten, also sieht die Sache schon etwas anders aus.
Nicht zu Letzt wird dieser Rechtsweg ganz schön am Lack der „Verfassungsrichter“ –kratzen, wenn wir dort anhand meines Falles das menschenrechtswidrige Verbrechen der Meinungsverfolgung in der BRD aufrollen das diese Herrschaften mit dem §130 zulassen!
Denn ich bin im Zuge dieser Meinungsverfolgung z. B. schwer misshandelt und gefoltert worden, am 20 Juli 2002 in Gotha. (Der Fall hat nichts zu tun mit der Verurteilung zu 8 Monaten ebenfalls in Gotha zu tun.) Dort wurde ich zunächst völlig ohne Rechtsgrundlage von Polizeischlägern vom Mikrophon weg mit äußerster Brutalität zu Boden gerissen, obwohl ich selbst laut Staatsanwalt (Scholz) nicht das geringste Strafbare gesagt hatte. Dann , außer Sichtweite der Versammlung, wurde ich von den Polizeischlägern im gefesselten Zustand brutal misshandelt, mit den Folgen im aktenkundigen Krankenhausattest: u.a. Prellungen am ganzen Körper, Kehlkopfquetschung und Halswirbelluxation! Ich trug einen chronischen Wirbelsäulenschaden davon, unter dem ich seither leide. –Und ich wurde dann mit meiner schmerzhaften Kehlkopfquetschung noch einer unerträglich langen Erstickungsfolter unterzogen, bis ich fast das Bewusstsein verlor! Wie in Guantanamo! Trotz aktenkundiger Videoaufnahme von der rechtswidrigen, brutalen Festnahme, trotz aktenkundige Krankenhausattest wurde der Fall in der BRD einfach unter den Tisch fallen lassen. Ch wir werden diesen Fall jetzt wieder aufrollen! Und zwar auf einer europäischen und internationalen Rechtsebene aufrollen!
Schlechte Karten für die BRD, wenn sie jetzt meine Auslieferung zur menschenrechtswidrige Meinungsverfolgung verlangt, wo ich dort im Zuge dieser Meinungsverfolgung misshandelt und gefoltert worden bin.
Und ganz schlecht für das Ansehen der „Verfassungsrichter“, wenn jetzt auf dieser Ebene einmal ungeschminkt ruchbar wird, für was eine „Verfassungswirklichkeit“ diese sauberen Herrschaften verantwortlich zeichnen, in der meinungsverfolgte Dissidenten schlimmer behandelt und entrechtet werden als weiland in der DDR!
Das letzte Wort gehört Dir. Gibt es etwas, das Du anmerken möchtest, was im Interview nicht zur Sprache kam?
Ja, das Interview soll ja in Deutsch erscheinen, in Finnisch, in Schwedisch, in Englisch und vielleicht noch in anderen Sprachen, da wäre es schön, wenn möglichst viele Leser zum Beispiel die Portugiesische Botschaft ihres Landes anschreiben würden, die BRD-Botschaft, Menschenrechtsorganisationen ihres Landes und den Menschenrechtsgerichtshof der EU, um dort auf meinen Fall aufmerksam zu machen. Darauf, dass ich als Dissident, als Bürgerrechtler für die Meinungsfreiheit aufgrund eines Europäischen Haftbefehls von Portugal an die BRD ausgeliefert werden soll –zum Zwecke der menschenrechtswidrigen Meinungsverfolgung. Die BRD verfolgt und bestraft pro Jahr 8.000-10.000 Menschen nur wegen deren persönlicher Meinungsäußerungen aufgrund eines kriminell antirechtsstaatlichen Sondergesetzes, dem §130. Die BRD hält den 76 jährigen Märtyrer der Meinungsfreiheit Horst Mahler nur wegen dessen Meinungsäußerungen zu über 12 Jahren Kerker verurteilt als politischen Häftling gefangen. Die BRD ist als Schandfleck einer meinungsverfolgenden Unrechts –und Gewaltherrschaft, als Gesinnungsdiktatur im Herzen Europas, aufgrund ihres politisches Einflusses zur Gefahr und Bedrohung für die Freiheit aller Menschen Europas geworden. Wenn diesem Regime mit seinem Terror gegen Dissidenten und Meinungsfreiheit nicht Einhalt geboten wird, wird es bald in ganz Europa heißen: „Die Diktatur ist ein Meister aus Deutschland“. Und wenn die noch freien Länder jetzt nicht achtsam sind, dann werden die dunklen Mächte, welche die BRD beherrschen, ihr Vorhaben verwirklichen: „Heute zensieren wir Deutschland, und morgen die ganze Welt!“
Abschließend noch ein ganz persönliches Wort über mein politisches Exil: In diesen sieben Jahren, die ja schon für sich ein mythischer Zeitraum sind, habe ich viele Länder kennengelernt und viele Städte gesehen: Amsterdam, Antwerpen, Brüssel, Madrid, Paris, Burgos, Bilbao, Sundsvall, Luleå, Umeå, Odemira, Evora, um nur einige zu nennen. Unvergessliche, erstmals, von Süden kommend, über die Brücke des 25. April nach Lissabon einzufahren, in diese fantastische Stadt, die alte „Königin der Meere“, mit so viel großer Geschichte hinter sich, und immer noch in sich, wie eine immer wieder von neuem zu entdeckende, längst versunkene Welt. Ganz Portugal durchzieht wehmütig der Zauber lang schon verwehter, aber nie wirklich verschwundener Träume. Wer fähig ist, an die Seele dieses Landes zu rühren, der wird jene Träume erwecken. Portugal –ich verdanke diesem Land und seinen Menschen viel. In tiefer Dankbarkeit! Die vielleicht schönste Stadt ist Stockholm. Wie leicht und wohl habe ich mich an ihren Wassern und auf ihren Inseln gefühlt! Ganz Schweden ist ein angenehmes , schönes Land. Möge es diesem Volk gelingen, dieses Land als das seine in seinem Charakter zu bewahren! In Kopenhagen habe ich mich auf Anhieb verliebt. Ich konnte nicht genug davon bekommen, diese Stadt und ihre kleinen und großen Parks zu durchstreifen. „Himmel“ –dieses Wort ist im Dänischen und Deutschen gleich –und so fühlte ich mich dort.
Doch gibt es etwas, das größer ist als alles das, in meinem Herzen: Finnland. Finnland! Finnland steht außerhalb jeden Vergleiches, weil es so tief in mir verwurzelt ist. Als wäre es schon immer in mir dagewesen, lange bevor ich es wusste, und lange bevor ich nach Finnland kam. Es brach durch, da ich in Turku erstmals finnischen Boden betrat, zumindest in diesem Leben. Es wurde stärker, je weiter ich nach Norden kam. In Oulu es seine Erfüllung. Dort habe ich die schönste und glücklichste Zeit meines Lebens verbracht und meinen besten Freund und treuesten Kameraden getroffen.
Und wenn am Ende meines Kampfes nur das übrigbleiben sollte: meine Zeit in Finnland und meine Freundschaft mit Henrik Holappa –dann war es das alles wert gewesen!
Henrik Holappa


